Wann die erste Kirche in Wadern erbaut wurde, ist nicht festgestellt worden. Um 1075 soll aber Wadern schon Pfarrei gewesen sein und mit 10 weiteren Filialen dem Dekanat Wadrill angehört haben. Die zweite Kirche wurde nachweislich im Jahre 1289 errichtet. Die Kirche hieß "Allerheiligen zu Wadern", Schutzpatron war der Hl. Laurentius.
Die Kirche wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Nur der Turm blieb unversehrt und wurde beim Kirchenneubau im Jahre 1817 in den Neubau einbezogen. Vom Turm zum Kirchenraum besteht keine Verbindung, nur eine eingebaute Steintreppe führt zur Empore. Der Kirchenbau ist im klassizistischen Stil gehalten und hat eine vorzügliche Akustik. Der Bischof von Hommer weihte die Kirche am 14. Mai 1830 ein.
Der schönste und kostbarste Schmuck des Kircheninnern sind die Standbilder der 12 Apostel. Alle Statuen mit Ausnahme des Apostels Mathias, der an der Kanzel angebracht und eine moderne Imitation ist, sind aus Lindenholz übermannsgroß geschnitzt. Vermutlich wurden die Figuren von einem im Kloster Mettlach lebenden Meister namens Philipp Mayer angefertigt. Am Sockel des Apostels Philippus steht eingeschnitzt zu lesen: Philippus Mayer me fecit 1684 (Philipp Mayer hat mich 1684 geschaffen).
1942 wurden die Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Am 23. Februar 1945 griffen amerikanische Jagdbomber ein neben der Kirche stehendes Militärfahrzeug mit Brandgeschossen und Bomben an. Eine Bombe schlug an die äußere Kirchenmauer, die zweite durchschlug das Dach und detonierte im Innenraum. Die Wirkung war verheerend, nur die 12 Apostel blieben unversehrt.
Am 17. März 1945 erfolgte der Einmarsch der Allierten. Schon in der ersten Juliwoche begann der Wiederaufbau der Kirche. Die Innenarbeiten dauerten bis 1950. In diesem Jahr wurde auch eine neue Orgel angeschafft. Am 1. März 1953 war Glockenweihe. Der Kriegsschaden war nach fast 10-jähriger Arbeit beseitigt.
Quelle
"Heimatbuch der Gemeinde Wadern 1963", H. Schwendler
Standort
Wadern Zentrum, gegenüber "Kleiner Markt"