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Die Gallo-Römischen Monumentalgrabhügel von Oberlöstern

Eine Kurzdarstellung

Südlich der Verbindungsstraße Oberlöstern-Gehweiler waren im Ackergelände "Dachsheck" seit den sechziger Jahren zwei verschliffene Hügel bekannt. Ihr Zusammenhang mit den frühkeltenzeitlichen Grabhügelgruppen (5. und 4. Jahrh. vor Chr.) der benachbarten Waldungen "Standermich" und "Rehkopf" schien naheliegend. 
Um so größer war die Überraschung, als beim erstmaligen Einsatz eines tiefergehenden Pfluges 1991 bearbeitete Sandsteinfragmente und Bruchstücke von Halbwalzen an die Oberfläche kamen. Da in den keltischen Grabhügeln nur unbearbeitete Lesesteine im Grabbau verwendet wurden, ließ sich unschwer auf seltene Monumentalgrabhügel der Römerzeit schließen. 

Quadratische, entsprechend den Himmelsrichtungen angelegte Mauergevierte von 16 m bzw. 18,5 m Seitenlänge, die aus mächtigen Sandsteinquadern (bis 1,55 m x 0,60 m x 0,50 m) mit halbwalzenförmigen Abdecksteinen derselben Größe bestanden, umfassten die Grabhügel. In ihrem Zentrum fanden sich Reste von beraubten Grabkammern (3 m x 3 m), die offensichtlich über einen gesonderten Zugang von der Talseite her begehbar waren. Als Symbol der Unvergänglichkeit und Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tode bekrönte je ein Pinienzapfen die Hügelspitze.
 
Zahlreiche Reste von mindestens drei lebensgroßen Götterfiguren, Architektur- und Inschriftteile bezeugen zwischen den Grabhügeln ein aufwendiges Denkmal. Auf einen altarähnlichen Unterbau waren die stehenden Götterstatuen von einem Schuppendach überdeckt, dessen Ecken Köpfe mit sogenannten phrygischen Mützen zierten.  
 
Innerhalb eines dem Monument vorgelagerten Grabgartens fand sich eine große rechteckige Aschengrube. Zwischen verbrannten Tongefäßen entdeckte, große Holzkohlestücke lassen nach der Baumringdatierung auf eine Anlegung im Jahre 123 nach Christus schließen. Die wohl schon in antiker Zeit zerstörten Monumentalgrabhügel waren im 2. Jh. n. Chr. auf einem bestehenden römischen Friedhof mit Urnengräbern und Aschenbrugen angelegt. Gegenüber der in der Römerzeit üblichen Flachgrabsitte weisen die Grabhügel offensichtlich auf eine Rückbesinnung an die keltenzeitliche Grabhügelsitte des 5. und 4. Jh. v. Chr. hin. Schon aufgrund des großen Aufwandes war ihre Anlage nur bedeutenden Personen dieser Zeit vobehalten. Der zugehörige Siedlungsplatz liegt in der Flur "Honigsack", ca. 400 m nordöstlich des Gräberfeldes. 

Im Rahmen einer AB-Maßnahme in Trägerschaft der "Kulturstiftung Kreis Merzig-Wadern" wurden die beiden Grabhügel 2000 / 2001 rekonstruiert.


Monumentalgrabhügel

Blick auf einen der rekonstruierten Grabhügel
Informationstafel
Skizze der gesamten Grabanlage
Die beiden Grabhügel aus Richtung Oberlöstern