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Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte
Graf Joseph Anton von Oettingen-Sötern
Einblicke in die Geschichte bietet das Stadtmuseum im barocken Oettinger Schlösschen

Stadtgeschichte Wadern

Erste Siedlungsspuren in der Region finden sich in der Vor- und Frühgeschichte.  Nacheinander besiedelten der keltische Stamm der Treverer, die Römer und die Franken die Täler der Wadrill, Prims und Löster. Die Ortsnamen Wadern, Wadrill und Wedern sind aus dem vorkeltischen Urwort "ud", "wad" = "feucht" entstanden. Nur wenige Überreste sind aus der Römerzeit aufzufinden. Die Römerstraße von Trier nach Metz und Worms führte durch die hiesige Gegend.

Die erste urkundliche Erwähnung eines Stadtteiles findet sich für Büschfeld in einer Grenzbeschreibung aus dem Jahre 802. Waderns Ersterwähnung folgte um 950 in Verbindung mit der Abtei Mettlach.

Im Mittelalter gehörten Teile des Stadtgebietes zum Kurfürstentum Trier (Büschfeld, Morscholz (halb), Nunkirchen, Steinberg, Wadrill), zum Herzogtum Lothringen (Löstertal ohne Oberlöstern) und zur reichsfreien Herrschaft Dagstuhl (Morscholz (halb)).

Geprägt wurde die territoriale Entwicklung durch die Errichtung der Herrschaft Dagstuhl, die sich mit der Burg Dagstuhl einen eigenen Sitz erbaute. Die durch Erbfolge zersplitterte Herrschaft wurde 1635 von Kurfürst Philipp Christoph von Sötern, dem Bischof von Trier, zu einer Familienbesitzung wieder zusammengeführt, bevor sie 1698 in den Besitz der Grafen von Oettingen überging.

Graf Joseph Anton von Oettingen-Sötern übersiedelte im Jahre 1758 aus dem schwäbischen Nördlinger Ries nach Wadern, um ab sofort in seiner Herrschaftsdependance Dagstuhl Hof zu halten. Nach der französischen Revolution wurde der Ort Bürgermeisterei im französischen Saar-Departement Trier. Diese Funktion behielt er auch in der preußischen Zeit. Durch die Abtrennung des Saargebietes und der damit verbundenen Trennung des Kreises Merzig in Stammkreis und Restkreis Wadern erhielt der Ort im Jahre 1920 eine weitere Aufwertung: in Wadern wurden zahlreiche Ämter und Verwaltungseinrichtungen angesiedelt. Erst 1946 wurden die formal noch getrennten Kreise zum heutigen Landkreis Merzig-Wadern wiedervereinigt.

Mit der Gebietsreform des Jahres 1974 entstand eine neue Gemeindestruktur. Wadern wurde zum Sitz der Amtsverwaltung für nunmehr 14 vorher eigenständige Gemeinden. Ein weiterer großer Sprung der Entwicklung folgte 1978: die junge Gemeinde erhielt die Stadtrechte und nimmt seither die Funktion des Mittelzentrums im nördlichen Saarland wahr.